Traumstundenfees Bücherkiste

Sonntag, 19. April 2015

2015/47 - Du willst den Erfolg?

Wo liegt denn Dein Focus?


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Auf das Thema des heutigen Blogs wurde ich durch einen Video-Mitschnitt eines Informationsseminars gebracht. In diesem - wie auch in vielen anderen Workshops und Seminaren - ging es unter anderem um das Thema "Energie folgt der Aufmerksamkeit!"

Autoren wünschen sich den Erfolg. Jedenfalls die meisten. Es mag einige geben, die ihr Buch nur auf den Markt bringen, um zu zeigen, wie man es tunlichst nicht machen sollte - doch das ist jetzt nicht das Thema. Schaue ich allerdings mit der Regel "Energie folgt der Aufmerksamkeit" auf ihr Handeln, so muss ich gestehen: "Das KANN nicht funktionieren!"

Ich weiß: Ihr wollt von mir ja nicht hören, dass ich alles besser weiß, sondern wissen, wie es besser geht! Und heute muss ich Euch warnen - die Reise, auf die ich Euch mit diesem Blog mitnehmen möchte, führt Euch direkt zu Euch selbst! Mitten rein - nicht nur so dran vorbei! 

Gehen wir einmal ein Stück zurück in die Vergangenheit. An den Tag, an dem Eure Buchidee entstand. An dem die Stimme, die Euch die Geschichte erzählte, immer lauter, die Geschichte immer länger wurde und ihr den Entschluss gefasst habt: "Das muss ich aufschreiben, sonst vergesse ich es!"

Ich behaupte: Als ihr angefangen habt, die Geschichte aufzuschreiben, habt ihr Eure Gedanken noch kein Stück damit beschäftigt, dass es einmal ein Buch werden würde. Ihr hattet eine Geschichte im Kopf und den Wunsch sie zu bewahren und wie könntet ihr das besser, als wenn Ihr sie aufschreibt. Und ihr habt geschrieben und geschrieben und ihr habt mit Euren Figuren gelebt und gelitten und gekämpft und Euch gefreut und ... mal eine Träne im Auge gehabt, mal Schmetterlinge im Bauch und vielleicht auch den einen oder anderen Lachanfall. Ihr habt Eure Geschichte beim Schreiben erlebt - und deswegen wurde sie gut! Ihr habt sie gefühlt! Ihr wart Eure Geschichte und Eure Geschichte war Ihr. Als sie fertig war, war da auf einmal so eine Leere. Ein unausgefülltes Teil in Euch. Wie ein Abschied. Aber auch ein neuer Anfang. 

Mancher von Euch hat sich seine Geschichte dann noch mal durchgelesen und gedacht "Boah, hab das wirklich ich geschrieben?" Oder sagt vielleicht sogar wie ich in vielen Fällen: "Die Geschichte/Das Buch hat sich selbst geschrieben, ich habe es "nur" erlebt und aufgeschrieben!" Für jemanden, der es noch nicht erlebt hat, nicht nachvollziehbar - für jemanden, der es kennt, ein Gefühl, das Euch keine Schreibschule der Welt vermitteln kann, richtig? Es ist ein wahnsinniges Gefühl ... ein wenig ein Traum, ein wenig Magie ... und es tut unwahrscheinlich gut, sagen zu können "Entschuldige, ich war in Gedanken ganz bei meinem Buch, ich habe Dir gerade nicht zugehört ..." 

Irgendwann, vielleicht schon während des Schreibens, vielleicht erst nach dem Schreiben, vielleicht noch später, wuchs in Euch der Wunsch, auch anderen diese Geschichte zu zeigen. Erst zögernd vielleicht. Nur der Familie, den engsten Freunden. Und vermutlich hat niemand von denen gesagt "Boah was ist DAS denn Schreckliches!", sonst müsste ich davon ausgehen, dass nach ihnen niemand mehr erfahren hat, dass ihr je auch nur ein Wort geschrieben habt. Es sei denn, ihr seid "Gegenbeispielsortierer" - dann war es genau DIESE Kritik, die Euch zu Eurer "Standardeinstellung" zurückgebracht hat:"Na warte, DIR zeig ich´s!"

Wie auch immer. Jetzt ist die Geschichte veröffentlicht, das Buch gedruckt, das eBook am Markt. Und: Mal ganz ehrlich: Liegen Euch Eure Protagonisten immer noch so am Herzen, wie damals, als ihr dabei wart, ihre Geschichte aufzuschreiben? Seid ihr immer noch der Meinung, alle Welt müsse erfahren, wie Euer Held seine Abenteuer gemeistert hat? Ja wenn das so ist - warum erzählt ihr es denn dann nicht?

Warum sind Autoren nach der Veröffentlichung ihres Buches so wenig in der Lage, andere Menschen für ihre Bücher zu begeistern? Warum verkommt Werbung immer häufiger zu uninteressanten "Kauf mich" - Postings auf niedrigem Niveau? Warum tun sich Autoren so schwer damit, stolz auf das zu sein, was sie geschaffen haben? Wo beginnt der Fehler?

Ich fürchte, die heutigen Autoren orientieren sich zu wenig an ihrem Gefühl und richten sich zu sehr nach dem vermeintlichen "Wissen" der "Kollegen" oder "Konkurrenten" aus! Sie ahmen nach, statt zu erleben. Sie wollen ein Ziel erreichen, aber stattdessen versuchen sie, den Weg dahin zu kontrollieren und sind enttäuscht, wenn an seinem Wegrand nicht die erhofften Blumen blühen. Sie hören auf, mit den Figuren ihres Buches zu leben, sie zu lieben, sie betrachten das, was sie aus sich heraus geschaffen haben von jetzt auf gleich als eine "Sache" nachdem sie Wochen, Monate, Jahre damit verbracht haben, diese "Sache" zu lieben ... 

Sie fokussieren den Erfolg als monetär messbar anhand vorgegebener fremder Größen "Geld gegen Zeit" anstatt ihr Buch weiterhin als das zu betrachten, was es ist: Ihr Kind, ihr eigenes Fleisch und Blut! Niemand von uns würde die Frage "Wärst Du bereit, Dein Kind zu verkaufen, wenn der Preis hoch genug wäre?" mit "Ja" beantworten. Aber mit Euren Büchern, den Kindern Eures Kopfes, macht ihr im Zweifelsfall genau DAS! Statt sie zu lieben, zu begleiten, andere für sie zu begeistern und ihnen den Weg in diese große, fremde, kalte Welt da draußen so angenehm wie möglich machen zu wollen, gebt ihr Ihnen von jetzt auf gleich das Gefühl, nicht mehr wert zu sein, als ein wenig bedrucktes Papier oder sogar Zahlen auf einem virtuellen Konto. Und ihr wundert Euch, dass sie sich - und damit Euch als ihrem Schöpfer - den Erfolg verweigern? 

Also: Was hat sich bei Euch verändert, seit ihr "Ende" unter diese Geschichte geschrieben habt? Ist sie schlechter dadurch geworden, dass ihr sie in die Öffentlichkeit gebracht habt? Nein? Warum entzieht ihr ihr dann Eure Liebe? Warum bestraft ihr Eure Bücher dafür, dass sie jetzt nicht mehr alleine Euch gehören? Ich denke, ihr wollt, dass so viele Menschen wie möglich Eure Schöpfung lieben lernen? Dann lehrt es sie doch?! Macht sie neugierig, auf die Welt, deren alleiniger Herrscher ihr seid! Deren Schöpfer ihr wart! Stellt der Welt eine neue Welt vor - ladet sie zu Euch ein, wie ihr ein fremdes Volk dazu einladen würdet, in Eurem Land Urlaub zu machen! Macht sie interessant für die, die sie interessant finden sollen! Macht Euch Gedanken! Aber vor allem: Entzieht einem Herzensprojekt niemals die Herzenergie ... denn dann stirbt es! 

Passt auf Euch auf! 
Britta Wisniewski
Traumstunden Verlag Essen

Samstag, 4. April 2015

2015/46- Die Traumstundenfee und ...

... das Osterfest

Langsam neigte der März sich seinem Ende zu. Doch statt wärmender Sonnenstrahlen wurde Elvira jeden Morgen von frostiger Kälte empfangen. Teilweise sogar von Schnee. Eigentlich hätte ihr Katzenwollmantel längst schon in der Reinigung sein sollen, doch sie war immernoch auf ihn angewiesen. Wenn das so weiterging, würde sie sich bei Minka melden müssen. Die Hofkatze des Bauern, in dessen Scheune Elvira den Winter verbrachte, hatte ihr angeboten, das Fell ihres Frühjahrsfellwechsels aufzubewahren, damit die kleine Elfe sich daraus die Wolle für einen neuen Mantel weben konnte.


Bildquelle:http://osterbilder.blogspot.de/


Sie vermisste die Frühblüher, die Schneeglöckchen und Osterglocken, die Forsythien und Krokusse, die sonst um diese Zeit bereits alle Wiesen zierten. Sie fand keine Weidenkätzchen und auch die Haselsträucher bargen ihre, um diese Zeit normal hellgrün spriessenden Blätter noch immer tief in ihren braunen Knospen. Das Wetter spielte verrückt!

"Wenn das so weitergeht, kommt unser komplettes Erntejahr durcheinander!", murmelte sie vor sich hin, als sie über die Felder flog, immer auf der Suche nach irgendwelchen Anzeichen für den überfälligen Frühling. Bald war Ostern, doch sie fand nicht einmal Klee, um ihre Feenbehausung damit ein wenig grün zu schmücken.

Am Waldrand traf sie auf eine Gruppe Kinder, die einen Schneemann bauten. Einen Schneemann, um diese Jahreszeit! Sie schüttelte den Kopf und flog weiter. Wieder zuhause angekommen, begegnete ihr Schuhu, die alte Eule, die in einem hohlen Baum in der Nähe des Bauernhofes wohnte. Sie war sehr weise und Elvira hatte schon viele, gute Gespräche mit ihr geführt. Heute jedoch wirkte sie schlecht gelaunt und missmutig, sodass die Fee sie verwundert fragte:"Hallo Schuhu - so schlecht gelaunt? Was ist passiert?" "Nein, kleine Fee - nicht was passiert ist, musst du mich fragen, sondern was nicht passiert ist, ist die Frage! Bald ist Ostern, doch die Schneeschmelze hat noch nicht eingesetzt. Wie sollen denn so die jungen Leute Reisig für ihre Osterfeuer finden, wie die Kinder ihre Nester suchen? Im Schnee etwa? Von uns Jägern ganz zu schweigen! Normal haben wir in diesem Monat nach dem langen Winter das Paradies! Und können uns satt und kugelrund fressen an den ersten Jungmäusen und anderen kleinen Tieren um unsere durch den Winter geschwächte Fettschicht wieder aufzufüllen. Nicht aber dieses Jahr! Der Schnee bringt alles durcheinander!"

Also war nicht nur die Ernte betroffen. Was würde der Schnee und der lange Winter noch alles in Mitleidenschaft ziehen? Andererseits: War das Frühjahr nicht in den vergangenen Jahren schon viel zu früh gewesen? Der kalendarische Frühlingsbeginn war doch nicht umsonst erst Ende März warum also erwarteten Menschen und Tiere, es könnte vor diesem Zeitpunkt wärmer werden? In den vergangenen Jahren war das zwar schon öfter passiert, dafür aber hatten sie das, was Sommer hätte sein sollen, dem Regen opfern müssen. Auch nicht unbedingt wünschenswert. Nur die Kinder taten ihr leid. Osternester im Schnee waren wirklich nicht schön.

"Das Wetter ist wirklich das Einzige, das der Mensch noch nicht nach seinem Gutdünken ändern kann", dachte die kleine Fee bei sich, als sie sich auf den Weg machte, etwas Buntes zu suchen, mit dem sie ihre Stallecke für das kommende Osterfest schmücken konnte. Wenn keine Blumen blühten, musste sie eben andere Wege finden, ihr Zuhause bunt zu schmücken. Und so langsam ahnte sie, dass der Brauch, Haselnuss- oder Forsythienäste mit bunten Eiern und gebastelten Küken zu schmücken, durchaus seinen Brauch darin haben könnte, dass es eben zu Ostern nicht so warm und grün und bunt war, wie man es gerne gehabt hätte. 

"Heissen wir den Frühling doch einfach willkommen, vielleicht kommt er dann ja gerne und beeilt sich ein wenig!" 
Kopfschüttelnd sah ihr der alte Uhu hinterher. "Blumen und Flatterkrams, Eier und Ostern - pah! Ich möchte einfach nur wieder eine anständige Maus im Schnabel haben - aber das kann vermutlich noch dauern!" Missmutig flog er in sein Nest im alten Baum zurück. Und hoffte, wenigst die Natur würde noch wissen, wann es an der Zeit sei, ihm wieder die heissersehnte Nahrung zu geben.

Frohe Ostern