Traumstundenfees Bücherkiste

Samstag, 1. August 2015

2015/59 -Wie viel tust DU ...

... für DEINEN Erfolg?



Diese Frage begleitet mich jetzt schon ein wenig länger. Genauer gesagt begleitet sie mich, seit Andreas von Wertheim und ich angefangen haben, seine Buchveröffentlichung zu planen. Da wurde mir nämlich mal wieder so richtig bewusst, was eine Buchveröffentlichung eigentlich bedeutet. 

Klar, für den Autor erst einmal "die Geburt eines neuen Kindes". Für einen Autor ist jedes seiner Bücher ein Kind und irgendwie ist es das ja auch. Er ist eine Zeit damit regelrecht "schwanger gegangen" ... hat ihm beim Werden und Wachsen zugesehen, bis es auf die Welt kam - also veröffentlicht wurde. Und ich behaupte, jedes Elternteil liebt sein Kind oder seine Kinder heiß und innig. Jaaaaaaaaaaaaa ... es gibt auch Rabeneltern! Sowohl in der Menschen- als auch in der Autorenwelt! Aber gibt es nicht immer Ausnahmen? Na also! Konzentrieren wir uns doch bitte also mal auf die Autoren, die keine schlechten Eltern für ihre Bücher sind, ok? 

Wann ist ein Autor aber gut für sein Buch? 
Wie gesagt, ich habe mir diese Frage gestellt, als mir Andreas zeigte, wie viel ein Autor bereit sein kann, für sein Buch zu tun. Andreas von Wertheim hat sich daran gemacht, sein Buch mit einer Mailingaktion bekannt zu machen, die - so behaupte ich - hier in Deutschland im letzten Jahr einzigartig sein dürfte. Ob er es wirklich schafft, alle viertausendsiebenhundertschießmichtot Buchhändler hier in Deutschland per eMail anzuschreiben, sei einmal dahin gestellt. Er hat geschrieben - tage und nächtelang. Weit über 300 Mal versendete er seine Pressemeldung zum Erscheinen seines Buches an jeden und alle die nur ansatzweise mit dem Thema Depression zu tun haben. Ich konnte ihn da "nur" mit meinem Presseportal unterstützen, das diese Pressemeldung an weitere 159 Verteiler transportierte. Alles in allem verließen zwischen 500 und 1500 Anschreiben unser Haus - mit dem einzigen Ziel: Ein einziges Buch bekannt zu machen. 

"Sag mal Britta - wie rückständig SEID ihr? Dafür gibt es Newslettersoftware und Adressdateien! Einmal schreiben, einmal versenden - fertig!"

Stimmt! Auf den ersten Blick. Die komplette Adressliste mit allen Adressen des deutschen Buchhandels kostet round about 6000,- Euro - und enthält, wie ich in der Vergangenheit bitter feststellen musste, zwar eine Menge Adressen - aber wenig Wirkungsgrad. Schon vor knapp zwei Jahren hatten wir den Versuch gestartet, mittels einer solchen Adressenliste den Buchhandel auf uns aufmerksam zu machen - mit einem Wirkungsgrad nahe Null, wie wir erschreckt feststellen mussten. Zeit - und Geld - in den Sand gesetzt. 

Information - auch Werbung genannt - ist ein zeitraubendes - und selten dankbares Geschäft. Und der heutige Buchmarkt alles andere als ein Zuckerschlecken. Dennoch bleibt am Ende unter dem Strich die Frage: Wer tut wie viel für seinen Erfolg? Und was davon macht wirklich Sinn?

Hier an dieser Stelle kann und wird mir jeder erfolgreiche Autor seine eigene Geschichte erzählen. Auch ich, die ebenfalls, wie viele von Euch wissen, als Autorin unterwegs ist. Und die, im letzten halben Jahr eines vor allem gelernt hat:. Dass sie den Markt nicht versteht! Das ist jetzt keine Bewertung der Bücher, die sich dort tummeln - es sind Tausende und Abertausende, von denen nur wenige - dann aber flächendeckend gelesen werden. Das ist bei den Selfpublishern nicht anders, als bei den Verlagsautoren! Schaue ich alleine auf Facebook, gibt es nur wenige Bücher, von denen ich sage "Ach ja, das kenne ich!" und genau DIE begegnen mir immer und immer wieder - zum Teil schon seit Jahren!

Wichtig ist und bleibt die Kontinuität! Das wissen Autoren wie Ben Bertram, wie Marcus Sammet, wie Franz Spengler sehr genau. Diese drei machen schon seit Jahren kontinuierlich immer und immer wieder Werbung für ihre Bücher! Sie spammen den Leser nicht zu, aber sie schaffen Wiedererkennungswerte. Das weiß auch Marlies Lüer, die ihren Erfolg inzwischen unter anderem der Vielfalt ihrer Buchveröffentlichungen verdankt. Viele Genres zu bedienen, viele unterschiedliche Leser anzusprechen bedeutet auch, viele Chancen zu bekommen, den Leser des einen Buches für das andere begeistern zu können - denn begeisterte Leser sind vor allem eins: Sie bleiben "ihrem" Autor treu. 

Oder aber: Sie dissen ihn! Auch das durfte ich bereits erleben, teilweise mehrfach. Woran es genau liegt, vermag ich nicht zu ermessen, aber ich glaube - Achtung, persönliche Meinung - ein unsympathischer Mensch wird niemals ein erfolgreicher Autor sein. Sicher wird auch dieser Mensch seinen eigenen, persönlichen Fanclub haben, aber für die breite Masse bleibt er ein Niemand. Vermutlich auch, weil ein solcher Mensch überhaupt kein Interesse daran hat, das zu ändern! Was sein gutes Recht ist - versteht mich richtig! Solange er nicht von den Menschen, die er nicht mag, verlangt, dass sie ihn mögen. So sehr mögen, dass sie seine Bücher kaufen ... 

Es sei denn, die Geschichte ist massentauglich. Aber dann muss der Autor sich auch keine Sorgen mehr um die Werbung machen. Die macht dann sein Verlag für ihn. Weil eine solche Geschichte mit einem passenden Autor findet auf jeden Fall einen Verlag. Und damit meine ich weder einen Micro- oder Kleinverlag sondern einen der großen! DIE nehmen nämlich nur, was sie auch verkaufen können. Ihr und ich können Shades of Grey noch so grottig finden ... es verkauft sich! Deswegen ist es ja auch bei einem großen Verlag! Vielleicht sogar als Auftrag geschrieben, wer weiß das schon? 

Eine "Karriere" als Autor ist in der heutigen Zeit in meinen Augen wirklich schwer. Aber je nachdem, welchen Weg Herr oder Frau Autor geht, muss er oder sie sich über eines im Klaren sein: Wer nichts tut, bekommt auch nichts! Und wer etwas tut, muss das Richtige tun! Was das ist? 

Wenn ich Euch DAS sagen könnte ... wäre ich sicher kein Kleinverlag mehr! 

Passt auf Euch auf! 
Britta Wisniewski
Traumstunden Verlag Essen 









Montag, 13. Juli 2015

2015/58 - The more you give - the more you get - oder:

Social Media Marketing wie es die Großen machen



Gerade auf Facebook gesehen - ein Posting der Fanpage des Audi R8. Hersteller Audi ist sich nicht zu schade dafür, gleich zwei seiner schönen Sportwagen - natürlich in Wunschfarbe des Gewinners in den Lostopf zu werfen und unter all den Fans zu verlosen, die

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- den Beitrag liken
- den Beitrag kommentieren und
- den Beitrag teilen.

Ich habe mir den Spaß gegönnt, an dieser Aktion teilzunehmen. Weniger, weil ich mir eine Chance ausrechne, diesen Traum von einem Auto gewinnen zu können, als aus dem Grund, dass mir bei diesem Posting schlagartig etwas klar wurde! 

Und was mir klar wurde, möchte ich Euch gerne anhand von ein paar Zahlen aufschlüsseln. 

Ein solches Auto kostet in der einfachsten Version ab 165.000 Euro. Ab davon, dass es diese Zahl (und mehr) sein dürfte, die sich in den Köpfen der Mitspieler manifestiert dürfte selbst die Tatsache, dass bis dato 83.560 Menschen den Post geliked haben und damit die Gewinnspielchance auf ein Minimum sinkt, den Reiz nicht senken, an einem solchen Gewinnspiel teilzunehmen. Da es ein Teil der Regel war, den Post zu teilen, reduziert sich die Teilnehmerzahl jedoch auf 77.570 Teilnehmer. Stellt man dem wiederum die Like-Zahl der Seite entgegen, bleiben immer noch 40.210 Personen über, die nach heutigem Stand ihre Chance auf eins von zwei Audi R8 Cabrios wahrnehmen wollen und können. 

330.000 Euro für 40.000 Likes? Ist das nicht ein wenig teuer? Nicht, wenn man davon ausgeht, dass der Herstellungspreis des Autos nur einen Bruchteil des Verkaufspreises beträgt und vermutlich dadurch, dass es sich um reine Werbungskosten handelt, zu 100% abgeschrieben werden kann. 

Und umso weniger, wenn man davon ausgeht, dass jedes geteilte Posting die Reichweite dieser Fanseite um ein vielfaches nach oben katapultiert! So durfte ich vor kurzem bei einer meiner Fanpages mit weit unter 500 Likes miterleben, dass ein einziges Posting, das ich 30 Mal in verschiedene Gruppen teilte, meine Reichweite binnen 24 Stunden verdreissigfachte! Rechne ich das auf die Audi Seite hoch, erreiche ich Zahlen, bei denen mir schwindelig wird. 

Virale Werbung ist im Grunde ganz einfach! Vorausgesetzt, der Werber schafft es, das Interesse der Facebook User zu gewinnen! Und DAS sollte mit einem Audi R8 inzwischen doch einfacher sein, als mit dem, was ich und viele andere aus der schreibenden Zunft im Normalfall machen: Bücher verlosen nämlich! 

Bleibt die Frage: Was können wir in Zukunft ändern, um bessere Ergebnisse zu erzielen? Meine nächsten Gedanken dazu gehen in die Richtung von Einsatz und Ergebnis - und sobald ich einen gangbaren Weg gefunden habe, werde ich Euch mit den Ergebnissen daraus konfrontieren! Wenn ihr es denn wollt! 

Gerne lasse ich mich aber auch mit Euren Ideen dazu versorgen! Was war Eure bislang erfolgreichste Werbeaktion - und warum? Was habt ihr eingesetzt und was kam unter dem Strich bei Euch raus? Welches Ziel habt ihr verfolgt und habt ihr es erreicht? Ich freue mich auf Eure Kommentare! 

Passt auf Euch auf! 
Britta Wisniewski
Traumstunden Verlag Essen