Traumstundenfees Bücherkiste

Samstag, 22. August 2015

2015/61 - Schweigen für den Frieden oder:

... Facebook ist nicht der Mittelpunkt der Welt!



Du bist, was Du postest!
Jedenfalls bei Facebook.
Vielleicht nicht für alle, aber dennoch für viele Menschen. Meist für diejenigen, die - ja was eigentlich? Mit Dir nichts zu tun haben wollen, außer, sich über Dich aufzuregen? 

Freie Meinungsäußerung? 
Ja, aber bitte informiert und fundiert! Ob Griechenland oder die Flüchtlinge, 95% aller Menschen, die glauben, "ihre Meinung" bei FB kund zu tun, zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Meinung ein Abklatsch irgendwelcher Presse- und Medienberichte ist. Teilweise sogar Wort für Wort zuzuordnen. 

Ich habe angefangen, aufzuräumen. 
Das Gute daran, ein selbstbestimmtes Leben zu  führen ist, dass ich niemanden um Erlaubnis zu bitten brauche, wenn ich mich mit Menschen und ihren Meinungen nicht umgeben will! In der Social Media ist das ganz einfach. Raus aus der Freundesliste bedeutet, ich werde mit der, für mich unpassenden Meinung Dritter nicht mehr konfrontiert. Außer, Freunde von mir teilen die Beiträge derer, die ich nicht mehr sehen möchte. Hat dann "Kollateralschäden" zur Folge. Und ich habe ein paar "Freunde" weniger! Meine Freundesliste leert sich. Zum Glück bislang nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Es scheint, ich habe entweder in meinen vorherigen Aktionen schon viele derer erwischt, die ich spätestens jetzt entfernen würde oder diese Menschen haben mich bereits verlassen, weil sie mitbekommen haben, dass ich nicht ihrer Meinung bin. Niemals sein werde. Nicht einmal aus geschäftlichen Gründen.

"Du kannst Dir keine eigene Meinung leisten, wenn Du aus geschäftlichen Gründen auf Facebook bist!"
Ich weiß nicht, wer mir das letztens noch sagte. Und ich wage es, zu widersprechen! Ich kann es mir sehr wohl leisten, eine eigene Meinung zu haben. Und ich leiste es mir auch. Allerdings habe ich mir abgewöhnt, diese bei Facebook zu diskutieren. Nicht, weil sie mir nicht wichtig wäre - im Gegenteil! Sondern weil es nichts bringt! Ich kann in meiner Argumentation noch so fundiert und faktisch sein - ich werde IMMER jemanden finden, der mich falsch verstehen will - oder nicht verstehen KANN - und damit meine ich jetzt keine Sprachbarrieren, eher ... lassen wir das! 

Das, was jetzt für Politik gilt, galt irgendwie schon immer - und für jedes Thema. Ich habe meinen Verlag seit 5 Jahren - aber auch da habe ich mir, im Hinblick auf die Weitergabe meiner eigenen Erfahrungen am Markt abgewöhnt, mich an Diskussionen zu beteiligen. Schweigen ist gesünder, einfacher und weniger nervenaufreibend. 

Meine Gespräche über die Dinge, die mich interessieren, habe ich ins reale Leben verlegt. Auch da kann ich mir die Menschen aussuchen, mit denen ich meine Meinung teile. Mein "Social Media Leben" beschränkt sich auf Spass, Werbung und Statusmeldungen ohne politischen oder religiösen Hintergrund. Sollte Euch also in letzter Zeit bei mir auf Facebook "der Tiefgang" fehlen, bitte ich dafür ganz sicher nicht um Entschuldigung! Ich halte mich raus, bekomm ich wenigstens keine rein! 

Passt auf Euch auf!
Britta Wisniewski
Traumstunden Verlag Essen 

Donnerstag, 20. August 2015

2015/60 - Erinnerungen sind das einzige Paradies ...

... aus dem wir nicht vertrieben werden können!
(Verfasser mir unbekannt)



Ich hatte gerade mal wieder ein Gespräch. Kein besonders langes. Im Gegenteil. Eigentlich war es eher ein Monolog. Ein Monolog der Gegenseite. Um genau zu sein, war es eine Forderung - die ich hier an dieser Stelle einmal mit "Bitte lösche Dich aus meiner Vergangenheit" übersetzen möchte.

Das "bitte" hatte der Absender vergessen - wie er immer schon gerne die Höflichkeit vergaß, wenn er glaubte, mit seinen Forderungen im Recht zu sein. Einer der Gründe, aus denen er sich nicht mehr in meiner Gegenwart befindet. Ein weiterer war und ist, dass dieser Mensch zu meinem großen Bedauern gerne Versprechen macht, die er nicht hält und sehr ungehalten reagieren kann, wenn er darauf angesprochen wird.

Ich bin dieser Bitte auch ohne die Wahrung der Höflichkeit nachgekommen. Wohl aber eher aus dem Grund, dass dieser Mensch aus meinem Leben schon seit drei Jahren draußen ist. Was ihn jetzt dazu bewogen hat, auch noch den Umstand gelöscht sehen zu wollen, dass wir jemals miteinander zu tun hatten - ich kann nur raten. Ich ahne jedoch, dass diese erste, erneute  "Kontaktaufnahme" nicht die letzte bleiben wird. Ein Umstand, der mich nicht gerade fröhlich stimmt.

Warum aber beschäftige ich mich dann heute und hier mit diesem Thema?

Das Verhalten vieler Menschen in den letzten Tagen und Wochen stimmt mich nachdenklich. Da wird über Griechenland diskutiert - und geurteilt. Da wird über Tierschutz diskutiert - und jeder hat eine Meinung dazu. Ernährung - vegetarisch, diätisch oder vegan ist ebenso ein Thema wie "die bösen Raucher" - und wenn ich vor der eigenen Türe kehre, bin ich mal wieder auf dem Buchmarkt.

Wie müssen Bücher aussehen, wo dürfen sie gedruckt sein, was dürfen sie kosten und warum? Warum sind Selfpublisher die besseren/schlechteren Autoren etc. etc. pp.
Und jeder Mensch hat (s)eine Meinung! Es wird gestritten, dass die Fetzen fliegen - an allen Ecken und Enden werden "NoGos" festgelegt und diskutiert und trotz der Marktöffnung, die die Garde der Selfpublisher mit sich brachte, gibt es immer noch ungeschriebene Regeln und Gesetze, an die "man sich einfach zu halten hat, wenn man Verleger/Verlag/Autor/Blogger/Rezensent ist".

Manchmal träume ich mich zurück in die Zeit meiner Anfänge als junger Verlag. In die Zeit, zu der ich von all dem, was ich heute als Tagesgeschäft erlebe, noch keine Rede war. In die Zeit, zu der ich noch glaubte, auf dem Markt etwas bewegen zu können. Auch damals schon gefangen zwischen Do´s and Don´ts - doch waren es scheinbar weniger, als heute.

Ich schaue mit ein wenig Wehmut in diese Zeit zurück, wenn ich feststelle: Die Welt um mich hat sich verändert. Und ich bin immer noch dieselbe wie damals. Bin ich das wirklich? 

Die Enttäuschung der Enttäuschten
Versteht mich richtig. Eine Enttäuschung ist das Ende einer Täuschung. Immer. Häufig ist sie das Ende einer Selbsttäuschung. Einer Hoffnung, eines Wunsches. Das Ende eines Traums. Das Warum für das Ende ist häufig viel weniger wichtig als das Ende selbst. Wir sind enttäuscht - und wir leiden. Dabei sollten wir glücklich sein. Wenn eine Täuschung endet, werden Ressourcen frei. Wir erkennen, dass wir unsere Energien in die falschen Projekte gesteckt, an die falschen Menschen verschwendet haben. Und bekommen damit die Chance, uns neu zu focussieren. Neu aufzustellen, neu auszurichten. 

Schlimm werden Enttäuschungen immer dann, wenn außer uns noch andere Menschen betroffen sind. Aus welchen Motiven auch immer. Menschen, denen wir etwas beweisen wollten. Denen wir etwas zeigen wollten - und sei es auch nur, dass wir etwas schaffen, das sie nicht für möglich gehalten haben. In letzter Zeit stelle ich fest, dass sich Enttäuschungen im Leben immer dann häufen, wenn der Grund für unser Handeln nicht in dem liegt, was wir selbst wollen, sondern in dem, was wir für andere Menschen tun - oder eben auch gegen sie. Meine erneute Beschäftigung mit Dingen wie "The Secret", dem "Gesetz der Anziehung" und ähnlichen Themen macht mich aufmerksam für die Dinge in meinem Leben. Was läuft, was läuft gut, was läuft schlecht? Ich stelle Unterschiede fest, die sich häufig als Wirkung einer Ursache begreifen lassen. Wenn ich meinen Weg verlasse, wird mein Leben schwer. Wenn ich etwas nicht aus meiner eigenen Motivation heraus tue, sondern um anderen Menschen zu imponieren oder mich bei ihnen "ins Rampenlicht" zu stellen, zeigt mir das Leben den Mittelfinger. Wenn ich sein will, was ich nicht bin, habe ich keinen Erfolg. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert. 

Das Schwere an einer Enttäuschung ist häufig nicht die Enttäuschung selbst. Wir haben uns getäuscht ... ok. Irgendwie ist es eine Niederlage. Aber irgendwie auch eine Befreiung. Schwer wird es dann wenn eine Enttäuschung da ist, eine Selbst-Täuschung aufgeflogen ist, aber eine bestehende Verpflichtung bestehen bleibt. Kollegen, die nach ihrer Trennung als Paar weiter miteinander arbeiten mussten, können häufig ein Lied davon singen. Es ist nicht immer möglich, die eigenen Gefühle aus der Funktionalität der "zweiten Beziehung" herauszunehmen. Dafür sind wir Menschen. Und egal, welche Funktionsbezeichnung ich trage, ich bleibe Mensch. Und damit verletzbar. Angreifbar. Und das ist gut so. 

Auch, wenn es manchmal weh tut. Und oft die Reaktionen Dritter noch Salz in die Wunden der eigenen Enttäuschung streuen. In solchen Momenten bietet das Leben uns eine Chance! Die Chance zu wachsen. Heute denke ich wieder an die Geschichte von dem Esel im  Brunnen. Er schüttelte den Dreck von seinem Rücken, trampelte ihn mit seinen Füßen platt und da die anderen nicht aufhörten, mit Dreck zu schmeissen, konnte er irgendwann den Brunnen wieder verlassen, in den er gefallen war. Das hätte er nicht geschafft, wenn er die Enttäuschung über das Handeln der Menschen zum Anlass genommen hätte, in Depressionen zu verfallen und heulend darauf gewartet hätte, dass er unter dem Dreck erstickt. 

Auch mich trifft manche Schüppe Dreck auf meinem Rücken hart. Doch genau wie der Esel verharre ich nicht darin, darüber zu weinen - im Gegenteil. Nach aussen scheinbar unberührt schüttele ich den Dreck von meinem Rücken, mit dem festen Blick nach oben trete ich den Dreck unter meinen Füßen fest, und da Menschen zum Glück nicht aufhören, mit Dreck nach mir zu schmeißen, werde ich auch diesen Brunnen irgendwann wieder verlassen. Allerdings glaube ich nicht, dass es danach noch einer dieser Menschen wagen sollte, mir jemals wieder einen Sack mit seinen Sorgen auf den Rücken zu packen, damit ich ihn für ihn trage ... meine Reaktion könnte nachtragend und störrisch sein und sehr, sehr weh tun! 

Aber bis dahin ist es noch ein wenig hin! Bis dahin bedanke ich mich erst einmal bei denen, die gerade mit Dreck nach mir schmeissen und versichere ihnen: Ich habe NICHT vor, aufzugeben und hier in meinem Loch zu verrecken! 

Passt auf Euch auf! 
Britta Wisniewski
Traumstunden Verlag Essen